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Posts Tagged ‘türkische Literatur’

Aslı Erdoğan, Foto: Gürcan Öztürk Am 19.08.2016 wurde Aslı Erdoğan von der Staatsanwaltschaft Çağlayan/Istanbul vernommen und anschließend dem Haftrichter vorgeführt, dieser erließ Haftbefehl, die Autorin wurde ins Gefängnis von Bakırköy/Istanbul überstellt. Vorgeworfen werden ihr “Propaganda für eine illegale Organisation”, “Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation” und “Volksverhetzung” – alles aufgrund ihrer Kolumnen für die inzwischen verbotene kurdische Zeitung Özgür Gündem. Im Namen des Rechts auf freie Meinungsäußerung und als engagierte Schriftstellerin erfährt sie von vielen Seiten Solidarität. Unmittelbar nach ihrer Festnahme am 17. August war auf change.org bereits eine Petition mit der Forderung auf sofortige Freilassung für Aslı Erdoğan gestartet worden. Hier ist der deutsche Wortlaut der immer noch aktuellen Petition:

www.change.org/p/aslı-erdoğan-derhal-serbest-bırakılsın (mehr …)

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Asli Erdogan, Foto: Gürcan Öztürk Die türkische Schriftstellerin Aslı Erdoğan wurde in der Nacht zum 17.08.2016 in Istanbul festgenommen, vorgeworfen wird ihr offenbar ihre Mitarbeit an der pro-kurdischen Tageszeitung Özgür Gündem, die jüngst verboten wurde. Jetzt haben SchriftstellerkollegInnen in der Türkei eine Unterschriftenkampagne gestartet:

Erklärung und Aufruf zur Solidarität mit der Schriftstellerin Aslı Erdoğan (mehr …)

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„In Beyoğlu/Istanbul vom Ehemann zu Tode geprügelt“, „13-Jährige von Vater, Onkel und Bruder missbraucht“, „Vom eigenen Großvater vergewaltigt“, „Schülerin beging Selbstmord nach Vergewaltigung durch Lehrer“ – nahezu täglich kommen aus der Türkei Meldungen über Gewalt gegen Frauen, Morde an Frauen und sogenannte Frauen- und Mädchenselbstmorde. Der Prozess gegen den Lehrer, der angeklagt ist, seine 17-jährige Schülerin Cansel vergewaltigt zu haben, die sich anschließend das Leben nahm, beginnt heute.

Burce Bahadir, Ölü Kadinlar Memleketi Auch der Fernsehjournalistin Burçe Bahadır ging das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen über die Hutschnur und sie machte sich an eine Doku mit Betroffenen. Das Thema durchzusetzen, erwies sich als extrem schwierig. Viele hätten aufgegeben, doch Bahadır ist hartnäckig, es gelingt es ihr schließlich, Interviews zu führen. Sie will vor allem eines: verstehen! Zuhören, die Wahrheit erfahren, wissen, was Männer dazu treibt, (ihre) Frauen zu misshandeln, missbrauchen, umzubringen, was Frauen erleiden, bis sie ihrerseits den sie quälenden Partner töten, warum man sich nicht einfach trennt… Aus dem Material für die TV-Doku entstand das beeindruckende Reportagenbuch Ölü Kadınlar Memleketi / Land der toten Frauen: das Portrait einer Gesellschaft, in der Männergewalt allzu oft als normal oder gar gerechtfertigt gilt.

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Barış için Edebiyat İnisiyatifiAus Protest gegen den Krieg vor allem in den kurdischen Gebieten der Türkei und aus Solidarität mit der Initiative AkademikerInnen für den Frieden gründete sich soeben die Initiative LiteratInnen für den Frieden in der Türkei:

„Dem Aufruf für Frieden und Verhandlungen der Initiative AkademikerInnen für den Frieden an die Regierung vom 11. Januar 2016 schließen wir uns mit unseren Herzen und Stiften an.

Wir lehnen die Behinderung der Rede- und Meinungsfreiheit ab.

Wir treten für Gleichheit und Frieden ein.

Wir treten für das Recht auf Leben ein.

Wir treten für freie Meinung ein.

Ohne Wenn und Aber: Wir werden uns mit diesem Verbrechen nicht gemein machen!

Wir treten für die Initiative AkademikerInnen für den Frieden ein.

Initiative LiteratInnen für den Frieden“

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Karakaşlı, Dört Kozalak Wenn Prüfungen bevorstehen im türkischen Schulsystem, Prüfungen, die nicht nur über die weitere Bildungskarriere, sondern schier über den weiteren Lebenslauf entscheiden, setzt das Leben für Monate aus. Dann ist nur noch Lernen angesagt, mit Privatlehrern und Lerninstituten, das ist Ausnahmezustand für die ganze Familie. Und wird für viele Jugendliche zum Horror. Die armenisch-türkische Autorin Karin Karakaşlı bringt in ihrem zweiten Jugendroman Dört Kozalak (Vier Tannenzapfen, 2014), jüngst zum Jugendbuch des Jahres 2014 gewählt, zwei Mädchen, zwei Jungen und zwei Lehrer zusammen, um im Prüfungsmarathon zu bestehen. Der Autorin und Lehrer Osman liegt dabei besonders am Herzen, dass die vier Jugendlichen, die einen Teil des Istanbuler multikulturellen Mosaiks repräsentieren, einen respekt- und liebevollen Umgang miteinander entwickeln. (mehr …)

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Hayko Bagdat, Salyangoz (Inkilâp 2014)Schreibt neue Texte anstelle derer, die ihr unzulänglich findet! Organisiert neue Aktionen anstelle derer, deren Form euch nicht gefällt!“ Nicht Opfer sein, nicht darauf warten, dass andere handeln, sondern selbst aktiv werden, offen und wahrhaftig sein im Namen der Menschlichkeit – das besticht an Salyangoz (Die Schnecke), dem ersten Buch (2014) von Hayko Bağdat, in dem der armenisch-griechische Publizist uns durch sein Leben und damit über die Landkarte der Diskriminierung und Selbstbehauptung der letzten 40 Jahre in der Türkei führt. Mit Wortmeldungen in Radio, TV und Kolumnen, erinnert sei nur an seinen Aufschrei „Utanç duyuyorum“ (25.07.15, „Ich empfinde Scham!“) nach dem Anschlag von Suruç, wo er das stereotype menschenverachtende Verhalten breiter Kreise anprangerte und einmal mehr die gängigen Community-Grenzen in der türkischen Gesellschaft zu sprengen versuchte, ist Bağdat zu einer Art Gewissen der Nation geworden.

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Menekşe Toprak, Ağıtın Sonu „Aber sicher ist es möglich, das Leben leicht zu nehmen! Was einem zustößt, kann man auch als neuen Weg auffassen, statt als Katastrophe!“ Fatma (37) hat ihren gutdotierten Job in einer internationalen Firma im Ausland verloren und kommt, ausgestattet mit finanziellen Mitteln für mindestens ein Jahr, nach einer Ewigkeit erstmals wieder in die Türkei. Ein wenig auf Jobsuche, mehr aber auf der Suche nach sich selbst und einer erfüllenden Beziehung. Zunächst sitzt sie allerdings wegen Lodos, dem Istanbuler Fön, auf einer der Inseln fest. Menekşe Topraks zweiter Roman Ağıtın Sonu (Das Ende der Klage) ist, so sagt die Autorin, das Produkt intensiver Auseinandersetzung mit dem Leben und den Beziehungen von Frauen und Männern in Ost und West und in einer Metropole wie Istanbul im Besonderen. Das Anfang 2014 erschienene Buch erhielt Ende April 2015 den Duygu-Asena-Romanpreis „Die Frau hat noch immer keinen Namen“* als „ein Text, der eine in der globalen Ökonomie agierende junge Frau aus der Türkei mit all ihren Kämpfen und Sehnsüchten auf ehrliche Weise schildert und die emotionale Dimension der Protagonistin in Harmonie mit dem gesellschaftlichen Kontext gestaltet“ (Begründung der Jury).

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