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Posts Tagged ‘Migration’

Kejo, Ro Jin, Sujet-Verlag 2012 „Es war einmal ein hungriger Löwe, der bezeichnete jeden Ort, den er betrat, als sein Reich …“ Mit leiser Stimme, fast schüchtern liest der syrisch-kurdisch-deutsche Autor Berzan Kejo am 21. Juli 2016 in der Hamburger Werkstatt3 aus seinem autobiographischen Roman Ro Jîn – Sonne des Lebens. Kejo wirkt älter als auf dem Autorenfoto, enttäuschter vielleicht, sicher desillusionierter. Das Buch sei sein „Beitrag zum syrischen Volksaufstand als staatenloser Syrer aus dem Ausland“, betont Kejo im anschließenden Podiumsgespräch. Er lässt keinen Zweifel daran, wie sehr er auch nach 30 Jahren Exil mit seinem Heimatland mitfühlt und mitleidet, wie frustriert aber auch er über die Jahre als Flüchtling in Deutschland ist. (mehr …)

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Wie lebt ein nicht mehr ganz junger und geradezu verzweifelt ambitionierter Kunsthistoriker 1939/40 im Shanghaier Exil? Lothar Brieger ist einer von vielen, die ab 1938 in Shanghai an Land gingen und deren Schicksal die Berliner Autorin Ursula Krechel in ihrem Roman Shanghai fern von wo aufgegriffen hat. Nach rund zehnjähriger Recherche, sie habe so ziemlich alles Krechel, Shanghai fern von wo (2008)zusammengetragen, was man über das Exil in Shanghai wissen kann, so Krechel, war es vor allem Empathie, die – zunächst ein Hörspiel und dann – einen Roman aus dem Archivmaterial entstehen ließ. Nicht zu vergessen die „metallische Stimme“ von Buchhändler Ludwig Lazarus in der erhaltenen Tonbandaufnahme über seine Shanghaier Exilerfahrungen gefiel Autorin Krechel, die am 28. Juni in Hamburg las.

Die neue Leiterin der Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur der Hamburger Germanistik, Doerte Bischoff, hatte zu Lesung und Podiumsdiskussion unter dem Titel Exil und Exilforschung: Aspekte ihrer Aktualität in den edlen Lichthof der Staatsbibliothek geladen. Ein gelungener Auftakt für ihr Anliegen, den Forschungsbereich zu öffnen, über die 1933-45 im Exil entstandene Literatur deutscher AutorInnen, über nationale Beschränkungen, über das Sammeln und Sichern von Dokumenten hinaus. U.a. wird es im Herbstsemester 2011 dazu eine Ringvorlesung geben, auf die man gespannt sein darf. Besonders interessiert Bischoff auch der Grenzbereich zwischen (fiktiver) Literatur und Literaturwissenschaft. So war es kein Zufall, dass sie an diesem Abend zwei Autoren aufs Podium bat, die beide Bereiche integrieren. (mehr …)

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Der dritte Montag im Januar ist Martin-Luther-King-Day in den USA – und dem Hamburger Körberforum seit 2010 Anlass für die Martin Luther King Lecture, den Vortrag eines im Sinne Kings engagierten Akteurs für friedliches Miteinander. Am 17. Januar 2011 war Ratna Omidvar, Präsidentin der Maytree-Foundation, Toronto, in dieser Reihe eingeladen, das kanadische Erfolgsmodell Einwanderungsland vorzustellen. Sie tat es mit Leidenschaft, ohne je in Romantisierung abzugleiten oder den kritischen Blick zu verlieren, aber durchaus optimistisch gestimmt und mit kosmopolitischer Kenntnis, gewonnen aus eigener Lebenserfahrung ebenso wie dem jungen internationalen Kooperationsprojekt Cities of Migration. (mehr …)

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