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Posts Tagged ‘interkulturelle Literatur’

Sinha, Staatenlos (Nautilus 2017)Mina bohrt die Fingernägel in die Lehmdecke über sich, will die Erde abtragen, aufstehen, gehen, die Straße überqueren, die Stadt erreichen, doch sie hat keine Beine, keinen Unterleib, kein Leben mehr, „unterhalb der Brust ein Haufen Asche“Shumona Sinhas dritter Roman Staatenlos beginnt mit einem grausigen Paukenschlag, nimmt der Leserin auf der ersten Seite den Atem, den sie bräuchte, um der Hoffnung zu folgen, die die beiden jungen Frauen aus Indien durch den mühseligen Alltag trägt, macht von Anfang an klar: sie haben keine Chance. Nicht das Bauernmädchen im indischen Dorf Tajpur, nicht die Lehrerin in Paris.

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Ein stummer Schrei scheint in den Augen des Mädchens zu liegen, ist sie 5 oder 6 oder doch schon älter? Das Unicef-Foto des Jahres 2017 zeigt ein syrisches Flüchtlingsmädchen in Jordanien, vielleicht geht sie ins kollektive Gedächtnis (des Westens natürlich) als „das Mädchen mit der tragischen Schönheit und dem durchdringenden Blick“ ein, dessen Foto einmal Becher humanitär bewegter Menschen zieren wird, für das gute Gewissen beim Weltkaffee … Ein solches Mädchen war Bilqiss, Azzeddine, Bilqiss (Wagenbach 2016)kein Flüchtling, vielmehr eine Waise im zerstörten eigenen Land. Kurz nachdem sie mit dreizehn verheiratet worden war, lichtete ein Fotograf aus dem Westen sie ab. Was mit dem Bild geschah, erfährt sie erst Jahre später, als sie unversehens internationale Aufmerksamkeit erregt und zur Heldin im Kampf gegen die Unterdrückung der Frau im Islam wird. Bilqiss nannte Saphia Azzeddine, die französische Autorin marokkanischer Herkunft, ihre Protagonistin und ihr Buch über einen absurd anmutenden Prozess, in dem die vorverurteilte Angeklagte den Spieß umdreht und ihren Richter und die Gesellschaft anklagt, obwohl oder gerade weil sie minütlich mit dem sicheren Todesurteil rechnet.

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Aris Fioretos, Mary (Hanser 2016)Mary schweigt in der Folter, sie schweigt, als sie wegen ihres Schweigens auf eine Gefängnisinsel verbannt und zweimal über Wochen allein in einer Bucht, der Müll- und Begräbnisbucht, ausgesetzt wird. Mit jedem Wort, das weiß sie, kann sie sich nur gefährden. Und Dimos ebenso, den Linksrevolutionär, der den illegalen Sender an der Universität organisiert. Vor allem aber, der Sonne, die sie in sich heranwachsen weiß. Dem kleinen Wesen einen Namen zu geben, traut sie sich vorerst nicht. Nicht Türkei 2016/17, sondern ein ungenannt bleibendes Land 1973/74, das sich leicht als Griechenland identifizieren lässt, bildet den Hintergrund für Aris Fioretos’ jüngsten Roman Mary (Hanser, 2016). Der schwedische Autor mit griechischem Vater, dessen Migrationserfahrungen er im vorangegangenen Semi-Roman Die halbe Sonne nachzeichnete, arbeitet als Angehöriger der Nachfahrengeneration nun die Studentenrevolten November 1973, die den Anfang vom Ende der letzten griechischen Militärdiktatur markierten, zunächst aber zur Verschärfung der Lage beitrugen, aus ungewöhnlicher Perspektive auf.

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Kejo, Ro Jin, Sujet-Verlag 2012 „Es war einmal ein hungriger Löwe, der bezeichnete jeden Ort, den er betrat, als sein Reich …“ Mit leiser Stimme, fast schüchtern liest der syrisch-kurdisch-deutsche Autor Berzan Kejo am 21. Juli 2016 in der Hamburger Werkstatt3 aus seinem autobiographischen Roman Ro Jîn – Sonne des Lebens. Kejo wirkt älter als auf dem Autorenfoto, enttäuschter vielleicht, sicher desillusionierter. Das Buch sei sein „Beitrag zum syrischen Volksaufstand als staatenloser Syrer aus dem Ausland“, betont Kejo im anschließenden Podiumsgespräch. Er lässt keinen Zweifel daran, wie sehr er auch nach 30 Jahren Exil mit seinem Heimatland mitfühlt und mitleidet, wie frustriert aber auch er über die Jahre als Flüchtling in Deutschland ist. (mehr …)

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Alpan Sagsöz, Als wir Libellen waren Ein junges Mädchen auf der Suche nach ihrem Vater, ein Anwalt in den besten Jahren auf der Flucht vor sich selbst – als ihre Wege sich keineswegs zufällig kreuzen, scheint nur einen Augenblick lang die Welt für beide in Ordnung, bis erneut alles aus den Fugen gerät. Sie nutzen aber die Krisen zur Reifung und stellen sich dem stets unberechenbaren Leben mit neuem Elan. Flott bis flapsig, stylish bis spritzig fabuliert der Kölner Autor Alpan Sağsöz in seinem jüngsten, nur als eBook veröffentlichten Roman Als wir Libellen waren (Berlin 2015) drauflos, stellenweise „wie ein Baum bearbeitender Specht nach einem überzuckerten Espresso“, wie es an einer Stelle im Buch heißt. Doch was sich wie Fastfood aus der Creative Writing-Küche anlässt, gewinnt an Tiefe, als die Protagonisten aus dem Alltag katapultiert und auf sich selbst zurückgeworfen werden.

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Yusuf Yesilöz, Soraja Ein Träumer, ein Mensch auf der Suche ist Ferhad, der Held und Ich-Erzähler in Yusuf Yeşilöz’ neuem Roman „Soraja“. Der kurdisch-schweizerische Autor und Dokumentarfilmer Yeşilöz beweist auch mit seinem zehnten Buch sein Faible für leise, unaufgeregte Klänge, für menschliche Zwischentöne und so kritische wie liebevoll genaue Beobachtung beider Kulturen, der türkisch-kurdischen wie der schweizerisch-westeuropäischen. „Ich wusste, dass ich ein Mensch auf der Suche war, wusste aber nicht mehr, seit wann“, bekennt sein Held …

weiterlesen bei migazin: http://www.migazin.de/2014/07/18/ein-dauerheimatsuchender-traeumer-im-aufbruch/

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Isabella Feimer, Der afghanische Koch Bikulturelle Beziehungen sind nicht per se problematisch, doch wenn nur eine Seite sich um Verständnis bemüht, wird es schwierig. Wie im „richtigen“ Leben zumeist auch, ist es in Isabella Feimers Debütroman Der afghanische Koch (septime-Verlag 2013) die Frau, die namenlos bleibende Ich-Erzählerin, die um Empathie und Verstehen der ihr doch fremd bleibenden Welt ihres Partners Rahman regelrecht ringt. Sie setzt sich intensiv mit seiner Geschichte auseinander – um sie aufzuschreiben. Immer wieder spricht er ihr Verständnis ab, sie aber kann und will nicht hinnehmen, aus Lebensabschnitten und -bereichen des Geliebten ausgeschlossen zu bleiben.

Beide leben in prekären Verhältnissen im Wien des Jahres 2012 (mehr …)

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man könnte sich das buch vornehmen

man könnte mit großen buchstaben

„wenn nicht jetzt dann nie“

auf das weiße Blatt schreiben

„letzte chance“

das haus verlassen – nichts mitnehmen – zurückblicken verboten – aber man kann nicht aus sich rausgehen … (@ warum man nicht wegkommt)

Lütfiye Güzel, Let's go Güzel Die Duisburger Poetin Lütfiye Güzel kann durchaus aus sich herausgehen und sie tut es vor allem in Gedichten, in ihrem zweiten Buch Let’s Go Güzel (Dialog Edition, Duisbug 2012) auch in kurzer, lyrischer Prosa. „Ich will Poesie hinterlassen. Aber was übrig bleibt, ist ein Zug, der zu früh abfährt, und eine Umarmung, die keine ist.“ (Sternengucker) (mehr …)

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Yusuf Yesilöz: Hochzeitsflug (2011) Die Geschichte einer Zwangsheirat außerhalb der Klischees und die Probleme, die sie mit sich bringt, thematisiert der kurdisch-schweizerische Autor Yusuf Yeşilöz, der sich mit sensiblen Psychogrammen zwischen den Kulturen einen Namen gemacht hat, in seinem neuen Roman Hochzeitsflug (Zürich 2011).

Ob hier die Frau in die Ehe gezwungen wird, ist nicht das Thema. Wie die Frau überhaupt zu der ganzen Sache steht, erfährt die Leserin nicht. Vielmehr geht es um den Mann: Beyto, türkisch-tscherkessischer Herkunft, der seinen Eltern nach Jahren in der Schweiz wieder einmal ins Dorf folgt, vermeintlich für drei Wochen Ferien. (mehr …)

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Frühlingsanfang 1979 in der jungen chinesischen Industriestadt Hun Jiang. Ein trauriges Datum für Ehepaar Gu. Auf diesen Tag ist die Hinrichtung ihrer Tochter Shan angesetzt. Lehrer Gu ist geneigt, die Tochter für schuldig zu halten. Ihr Wandel vom einen Extrem ins andere, von der bis zum Gewaltexzess hin fanatischen Jugendaktivistin der Kulturrevolution zur geächteten Konterrevolutionärin, bleibt ihm unverständlich, wie er sich auch allgemein unverstanden fühlt in diesem Provinznest unter ungebildeten Arbeiter. Frau Gu dagegen packt eine Tasche mit Kleidern, um sie dem alten Totenritual entsprechend zu verbrennen, damit die Tochter im Jenseits nicht darbe …

Ein dramatischer Einstieg in eine vielschichtige Tragödie, die die Leserin bis zur letzten Seite in Atem hält. Mit Die Sterblichen von 2009 legt Yiyun Li ihren ersten Roman vor. Aufgewachsen ist die amerikanisch-chinesische Autorin in Beijing, lebt aber seit 1996 in den USA, wo sie u.a. Creative Writing lehrt und mit Kurzgeschichten und Essays bereits einige Aufmerksamkeit erregte. Nun also ein fulminantes Romandebüt, das inhaltlich wie handwerklich überzeugt. Li jongliert mit einer Vielzahl von Personen und Handlungssträngen, die sie gekonnt ebenso überraschend wie scheinbar zwangsläufig verknüpft.

Kaum ein Thema der postmaoistischen chinesischen Gesellschaft, das Li nicht anpackt, ohne dass ein Gefühl der Überfrachtung aufkäme: Organhandel, Korruption des Staatsapparats, das Drama ausgesetzter weiblicher Babys, die Geringschätzung von Töchtern und Frauen durch alle Schichten, politische Winde, die schneller drehen, als der gesunde Menschenverstand es zu fassen vermag. Die Menschen führten ein Leben, schreibt Li, „das sie selbst nicht verstanden“. Mancher lässt sich aus Berechnung oder Unverstand zu Handlungen verleiten, die anderen und am Ende immer auch ihm selbst größten Schaden zufügen. So der beflissene Schüler Tong, der auf einer Kundgebung den Namen seines Vaters unter eine Deklaration setzt und damit die Familie ins Unglück stürzt. Oder Bashi, der selbstgefällige junge Mann an der Grenze zum Wahnsinn, der sich in die viel zu junge Nini verliebt, obwohl er sie eigentlich nur benutzen wollte. Allein um sich aufzuspielen, denunziert er die halbe Stadt und endet, verfemt als Mädchenschänder, selbst im Gefängnis. Helden wollen sie alle sein oder werden von anderen zu Helden stilisiert, „Helden der Revolution“, traurige Helden. „Für mich war dieser Roman ein Weg, Heldentum zu hinterfragen“, äußerte Li im Interview 2008. Sie sei in einer solchen Kultur, wie sie im Buch geschildert ist, in Beijing aufgewachsen, habe als Kind selbst Denunziationsinszenierungen erlebt, habe mit der Mutter täglich die Wandanschläge über anstehende Exekutionen studiert. Doch es ist keine Vergangenheitsbewältigung, die Li hier betreibt.

„Erst wenn alle Fragen gestellt sind, habe ich einen Plan und schreibe die erste Zeile“, verriet Bestseller-Autor Ken Follett im FR-Interview (25.01.10). Yiyun Li dürfte ähnlich vorgehen;  wie sonst hätte sie diesen „Junior-Klassiker“ (The Independent) derart gekonnt komponieren und orchestrieren können? Sie muss sich eine Vielzahl von Fragen gestellt haben, bevor sie ihr Kaleidoskop sozialer Befindlichkeiten in der chinesischen Provinzstadt in Romanform goss. Wie bewältigen junge, marginalisierte Menschen den Übergang ins Erwachsenenleben? Wie erleben Menschen den Prozess des Alterns, wenn traditionelle Rollen aufbrechen und alles, was ihnen gestern noch Halt gab, wegbricht? Wie gehen Menschen vom Land mit der Arroganz der Städter um?

Starke Frauen liegen Li ebenso am Herzen wie soziale Randfiguren. Da ist Frau Gu, die sich von der gutmütigen, braven Ehefrau in eine politische Aktivistin verwandelt. Dann Kai, die erfolgreiche Radiosprecherin, Gattin eines hohen Kaders und Mutter eines kleinen Sohns, die um ihres Gewissens willen aus der bequemen Routine ausbricht, vom angehimmelten, doch gesichtslosen Ideal zum persönlichen Vorbild für Tausende mutiert, als sie eine Führungsrolle bei der Solidaritätskundgebung für die Oppositionsbewegung „Mauer der Demokratie“ übernimmt – und dafür über Gebühr bestraft wird. Und Frau Hua, die großartige „Mutter“ von sieben Findeltöchtern und Straßenkehrerin, die am Ende ihren Mann überredet, das Wanderleben als Bettler wieder aufzunehmen, weil ihr unerträglich ist, wie die Menschen in Hun Jiang über einander herfallen. Das Ehepaar Hua bietet in seinem humanistischen Engagement und der gegenseitigen Achtung und Liebe den einzigen roten Faden der Kontinuität in Lis „Maelström“, obwohl die beiden Ausgestoßene sind, vielleicht gerade deshalb. Ansonsten macht Li es fast zur Regel, dass Sympathieträger wie Lehrer Gu, Unsympathe wie Bashi oder unscheinbare, brave Hausfrauen wie Frau Gu sich im Lauf der Ereignisse in ihr Gegenteil verkehren.

Nicht zuletzt ist Yiyun Lis Buch unerbittliche Anklage gegen ein unmenschliches Regime. Indem sie schildert, wie das Regime Menschen, die kaum wissen, was sie tun, einen ungerechten Prozess macht, mit von vornherein feststehendem Urteil, führt sie Absatz für Absatz Beweis gegen ein diktatorisches, skrupelloses System.

Muss man im Ausland leben, i.e. sowohl Distanz zum Geschehen haben als auch in relativer Sicherheit sein, um in dieser Sensibilität und Konsequenz zugleich schreiben zu können? Ist es zudem von Vorteil, weiblich zu sein, um Menschen so tief ins Herz zu blicken und derart erstaunliche Entwicklungen, positive wie negative, durchmachen zu lassen? Ein Blick auf das Gros der im Herbst 2009 zum China-Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse erschienen Bücher lässt das fast vermuten.

Ist Yiyun Li, die Englisch schreibt, ihren eigenen Namen wie auch die ihrer Protagonisten westlichen Gepflogenheiten angepasst hat, die seit fast 15 Jahren im Ausland lebt und arbeitet und damit Erzählweise und Marktgewohnheiten im Westen kennt, noch als chinesische Autorin zu bezeichnen? „English ist die Sprache meines Schreibens“, bekennt sie, auch wenn sie im Alltag viel Chinesisch verwende. Im Klappentext nennt der Verlag sie „eine der vielversprechendsten jüngeren amerikanischen Erzähler“(innen). Der englische Sprachraum tut sich im Allgemeinen leichter mit seinen Englisch schreibenden AutorInnen unterschiedlicher Herkunft. In Deutschland kann ein/e AutorIn in diesem Land geboren und/oder aufgewachsen sein, ausschließlich auf Deutsch schreiben, um doch allein aufgrund des „fremden“ Namens nicht als „deutsche/r AutorIn“ anerkannt zu werden. Es gibt das Konstrukt der „interkulturellen Literatur“, um eine/n SchriftstellerIn als solche/n mit „Migrationshintergrund“ zu markieren, vermeintlich wohlwollend. Li hat ihren ersten Roman über die Kultur und aus der Kultur heraus geschrieben, in der sie aufgewachsen ist. Sie konnte das in dieser Art nur tun, weil sie seit langem im Ausland lebt. Solange in einem Land wie China solche Bücher nicht frei entstehen können und in einem beliebigen Land des sog. Westens von AutorInnen ohne Migrationshintergrund kaum Bücher ohne eurozentrischen Blick erscheinen, mag das Label „interkulturelle Literatur“ zweckdienlich sein. Möge es bald ausgedient haben, alle Literatur wahrhaftig „interkulturell“, global und lokal zugleich, mit gleichberechtigter Achtung für alle Kulturen sein und das Schubladendenken an Bedeutung verlieren.

Yiyun Li: Die Sterblichen. Aus dem Englischen von Anette Grube. Originaltitel: The Vagrants. München: Hanser 2009 (gebunden).

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Ein Großaufgebot wichtiger Stimmen der zeitgenössischen türkischen Literatur kam am 30.11. und 1.12.09 im Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg zusammen: Sechs AutorInnen, ein Kulturjournalist und eine Verlegerin aus Istanbul, zwei deutsche Autoren mit türkischem Hintergrund, eine deutsche Autorin mit Türkei-Erfahrung, dazu eine Reihe VertreterInnen der deutschsprachigen Kultur- und Verlagsszene, die sich um die Vermittlung türkischer Literatur hierzulande bemühen.

Auf Initiative der Leiterin des Istanbuler Goethe-Instituts, Claudia Hahn-Raabe, und Verena Noltes vom Zusammenschluss der deutschsprachigen Literaturhäuser Literaturhaus.net, beide auch als kompetente Podiumsleitung selbst im Einsatz, behandelten Fachleute auf dem für beide Vormittage angesetzten Symposium Zwischen zwei Welten in fünf Podien Themen wie Zeitgenössische türkische Literatur, Literatur aus der Türkei auf dem deutschsprachigen Buchmarkt und im Austausch mit deutschsprachigen Literatureinrichtungen, Fragen der Übersetzung und interkulturelle Literatur deutschtürkischer Autoren. Abends lasen die AutorInnen Müge İplikçi, Murat Uyurkulak, Şebnem İşigüzel, Mario Levi, Petra Morsbach, Zafer Şenocak, Sema Kaygusuz, Ayfer Tunç und Nevfel Cumart aus ihren Werken. Die türkischen Gäste repräsentierten eine junge Generation von Literaten, die das jahrzehntelange lähmende Schweigen in der Türkei seit Ende der 1990er Jahre entschlossen und ebenso beredt wie niveauvoll brechen.

Der Kulturjournalist Cem Erciyes von der renommierten Istanbuler Tageszeitung Radikal wies auf die massive Zunahme von Romanpublikationen auf dem türkischen Buchmarkt nach 2000 hin, bedauerte aber, dass es nach wie vor an qualifizierten ÜbersetzerInnen mangele, weshalb die ebenso umfangreiche wie niveauvolle zeitgenössische türkische Literatur nach wie vor unzureichend in westlichen Sprachen zugänglich sei. Erst mit dem Übersetzungsförderungsprojekt TEDA des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums von 2005 sei Bewegung in die Sache gekommen. Obwohl mittlerweile zu unterschiedlichsten Themen offen geschrieben werde, bedauerten viele Kritiker in der Türkei, dass Themen wie der Militärputsch von 1980 und der Kurdenkonflikt nach wie vor unzureichend bearbeitet seien.

Nach einer guten Medienpräsenz aufgrund des Ehrengastauftritts auf der Frankfurter Buchmesse 2008 weisen die Reaktionen bei Medien und Leserschaft 2009 einen Fächer von freundlichem Desinteresse bis hin zu Berührungsängsten auf, merkte Monika Carbe, Literaturübersetzerin und Rezensentin, in ihrem Referat an. Allerdings sei das wohlwollende Schulterklopfen in deutschen Feuilletons endlich ernsthafter Literaturkritik gewichen. Carbes Auffassung, insbesondere die zweite Einwanderergeneration habe großen Lesehunger und enormes Interesse an türkischer Literatur in deutscher Sprache, stieß allerdings auf Skepsis.

So meinte der Züricher Verleger Lucien Leitess vom Unionsverlag, in dem seit 2005 die auf 20 Bände angelegte Türkische Bibliothek mit bislang unübersetzten Meilensteinen der türkischen Literatur des 20. Jahrhunderts erscheint, die zweite und dritte Migrantengeneration müsse erst noch zur Leserschaft werden. Zugleich unterstrich auch er die Bedeutung qualifizierter Übersetzungen und berichtete von Projekten zur Förderung von ÜbersetzerInnen im Rahmen der Türkischen Bibliothek. Kaum ein anderes Projekt arbeite derart textintensiv im Dialog zwischen HerausgeberInnen, Lektorat und ÜbersetzerInnen. Inzwischen liege eine Vielzahl guter Übersetzungen vor, die Leserschaft sei allerdings nach wie vor dünn gesät. Leitess zeichnete die Rezeption türkischer Literatur im deutschsprachigen Raum und damit auch die Übersetzungstätigkeit anhand politischer Großwetterlagen nach. Während 1960 die erste Übersetzung von Yaşar Kemals Memed mein Falke mit großem Publikumserfolg herauskam, wandelte sich die Lage mit der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei 1961 und dem Eintreffen der ersten „Gastarbeiter“. Türkische Literatur rückte hierzulande an den Rand der Publizistik, die Motivation der wenigen Literaturförderer war größer als der Markt. Schnell und schmerzlich erfuhren engagierte Verlage, dass persönliche Beziehungen zu türkischen MitbürgerInnen noch lange nicht zum Interesse an türkischer Literatur führen. Lange wurde türkische Literatur nicht im Feuilleton, sondern von Auslandsredaktionen behandelt. In diesem Zusammenhang stellte Leitess auch das Motto der Tagung in Frage. Zwischen zwei Welten passe doch eher zur Geisteshaltung der 70er Jahre. Abgründe dieser Art hätten nicht länger Bestand, auch der Brücken bedürfe es kaum noch, denn heute bestimmten das Verhältnis der Literaturen in erster Linie Parallelitäten und Gleichzeitigkeiten. Der türkische Buchmarkt verzeichne als einer der wenigen weltweit noch Zuwächse.

Die Wende für die Rezeption zeitgenössischer türkischer Literatur kam in drei großen Schritten: 1997 erhielt Yaşar Kemal den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, 2006 Orhan Pamuk den Literaturnobelpreis und 2008 war die Türkei Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Mit einem Augenzwinkern verwies auch Leitess auf das türkische Übersetzungsförderungsprogramm TEDA, dort sei möglicherweise etwas zu lernen, denn statt AutorInnen in die Welt auszusenden, lade das Ministerium Medienvertreter freigebig ins Land ein, um vor Ort zu repräsentieren.

Die türkische Verlegerin Müge Gürsoy Sökmen von Metis, einem der renommiertesten und engagiertesten türkischen Verlage, von Leitess ob ihres vergleichbaren Ansatzes als seine Zwillingsschwester in Istanbul bezeichnet, berichtete von einem Paradigmenwechsel: 2008 seien türkische Verlage erstmals auf Augenhöhe an Verlage aus aller Welt herangetreten, um Rechte zu verkaufen, während in all den Jahren zuvor der Schwerpunkt auf dem Einkauf von Rechten für Übersetzungen ins Türkische gelegen habe. Die Türkei ist heute eines der Länder mit der größten Anzahl unabhängiger Verlage. Auf einem Übersetungssymposium im Mai 2009 in Istanbul war deutlich geworden, dass zwar alle Lektorate und Verlage „literarische Kriterien“ in den Vordergrund stellten, wenn es um Publikationsentscheidungen gehe. Zur Beurteilung der Qualität türkischer Originale bestünden jedoch kaum Kapazitäten, da werde auf Bücher und Autoren zurückgegriffen, die bereits auf Englisch erschienen seien. Gürsoy zitierte zwei Umfragen der Literaturzeitschrift Notos über die „40 türkischen AutorInnen, die das vergangene Jahrhundert prägten“, und über die „Meister der Zukunft“. Zum eigenen Erstaunen stellte sie fest, dass rund 50% der genannten AutorInnen bereits in deutscher Übersetzung vorliegen. Gürsoy bedauerte allerdings, kaum die Chance zu bekommen, AutorInnen aus verschiedenen Ländern mit einem gemeinsamen Thema präsentieren zu können.

Als leidgeprüfte Verlegerin führte Gürsoy anschließend das leidige Cover-Thema vor: Ein Buch wie Murathan Mungans Tschador, das im Original mit einem minimalistischen abstrakten Cover erschien, wurde in Übersetzungen zum Teil stark orientalisiert. So präsentiert die italienische Ausgabe klischeehaft eine schwarz verhüllte Frau. Die Präsentation von Literatur habe doch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Rezeption, Akzeptanz und Image bei der Leserschaft. Insgesamt aber scheine ihr die übermäßige Exotisierung auf dem literarischen Markt im Westen endlich überwunden.

Es schloss sich die Frage nach der Präsenz im deutschsprachigen Feuilleton an. „Ab dem 51. Buch wird es schwierig, Rezensionen unterzubringen“, äußerte Verleger Leitess, nicht pro Verlag, sondern von der Bestsellerliste. Bettina Berns von der Robert Bosch Stiftung, die sich maßgeblich um die Förderung türkischer Literatur im deutschsprachigen Raum kümmert und u.a. auch hinter dieser Tagung stand, berichtete, die ersten Bände der Türkischen Bibliothek seien sehr gut und breit besprochen worden, später aber sei das Interesse abgeebbt. Nicht weil die nachfolgenden Bände etwa schlechter gewesen seien, sondern weil einfach der News-Faktor des Projekts nicht mehr getragen habe. Auch gut besprochene Bücher können es im Verkauf sehr schwer haben. Ebenso lehre die Erfahrung, dass insbesondere bei Veranstaltungen, die stark von Publikum mit türkischem Migrationshintergrund frequentiert seien, die Buchhändler anschließend meist enttäuscht ihre Auslagen wieder einpackten. Der Verkauf sei dort besonders gering, auch wenn der Autor gut ankomme. Im Umkehrschluss bedeute dies allerdings keinen durchschlagenden Verkaufserfolg bei hauptsächlich „deutsch“ besuchten Lesungen. Inwieweit für den enttäuschenden Verkauf die durchweg stattlichen Preise der zunächst gebunden erscheinenden Bücher verantwortlich sein könnten, stand hier nicht zur Diskussion.

Podiumsleiterin Sibylle Thelen von der Stuttgarter Zeitung, ausgewiesene Kennerin der türkischen Literatur, die 2008 selbst ein Istanbul-Buch vorlegte, berichtete von eigenen Erfahrungen mit desinteressierten Verlagen. „Wen interessiert denn schon türkische Kultur?“, heiße es da. Entscheidend sei stets die Nachfrage der KäuferInnen. Dazu wies Verleger Leitess darauf hin, wie buchfern schon die Ausbildung auch an den Universitäten heute sei. Kopiert werde in rauen Mengen, Bücher aber blieben liegen.

Während Bernd Goldmann, Leiter der Villa Concordia, für die die Tagung die erste Erfahrung mit türkischer Literatur wie auch mit einem Event dieser Größenordnung war, auf die Stipendiatsmöglichkeiten und Aktivitäten seines Hauses fokussierte, konnte der Leiter des Literaturhauses Salzburg, Tomas Friedmann, aus der Praxis berichten. Die Istanbuler Autorin Ayfer Tunç war im Rahmen des Stadtschreiberprojekts Yakın Bakış – Der nahe Blick 2008 knapp einen Monat bei ihm in Salzburg zu Gast. Optimistisch meinte Friedmann, die Literatürhäuser öffneten sich für türkische Literaturen, den Plural betonte er, es gehe um Diskurs, Kommunikation und immer um das Individuum. Die türkische Gegenwartsliteratur sei seit den 90er Jahren mit erheblichen „Übersetzungsoffensiven“ vorbildlich repräsentiert und werde bewusst auch in die Literaturhäuser geholt. Friedmanns Diktum, mit der hohen Präsenz der Türkei in den Schlagzeilen, sei marketingtechnisch auch der Literatur gedient, stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung. Friedmann äußerte auch, er komme nicht auf die Idee, türkische Literatur in der türkischen Community zu bewerben, denn bei kanadischer Literatur etwa setze er ja auch nicht auf kanadisches Publikum. Mögen den LeiterInnen anderer literarischer Foren bei diesen Worten die Ohren klingen. Erst im Frühjahr 2009 fanden im Literaturhaus Salzburg Türkische Literaturtage im Rahmen der Reihe Europa der Muttersprachen statt, während nach wie vor manch anderes deutsches Literaturhaus mit der Bemerkung abwinkt, man habe gar nicht das Publikum für türkische Literatur.

Die universitäre Seite vertrat Karin Yeşilada, derzeit Paderborn, mit einem Beitrag über ihr Schwerpunktthema türkisch-deutsche Literatur, die auf Deutsch in Deutschland entstehe und Gegenstand der Germanistik sei, im Unterschied zur türkischen Literatur. Als Germanistin wünscht Yeşilada sich verstärkt den Einsatz deutscher Turkologen bei der Vermittlung türkischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Anstrengungen von deutscher Seite seien gerade deshalb unabdingbar, weil eine türkische Kulturpolitik, speziell Literaturförderung, traditionell nicht stattfand und erst jüngst zaghaft sprieße.

Das letzte Podium gehörte den beiden deutschen Dichtern und Schriftstellern Zafer Şenocak und Nevfel Cumart. So unterschiedlich sie Sozialisierung, Selbstverständnis und Sujets auch sein mögen, schreiben doch beide in beiden Sprachen, übersetzen auch und leisten einen erheblichen Beitrag zur Kulturvermittlung. Şenocak erklärte es für gefährlich, stets auf den Migrationshintergrund abzuheben. Stattdessen, so sein Plädoyer, sei da ein Hinterland, wie jeder Autor es habe. Wohltuend sei seine Erfahrung im Ausland, wo stärker die Texte im Vordergrund stünden, weniger die Person des Autors. Cumart leistet gewissermaßen literarische Basisarbeit und geht mit seinen Gedichten und Erfahrungen häufig auch in Schulen. Auch diese beide Autoren, auf die vordergründig das Tagungsmotto noch am ehesten zutrifft, verwahrten sich gegen den Titel „Zwischen zwei Welten“. Wenn schon, dann gebe es viele Welten, in denen man sich bewege, dazwischen aber liege nichts, wo man sich verorten könnte.

Im einfühlsamen Autorengespräch vor und nach den sehr kurzen türkischen und etwas längeren deutschen Textlesungen vermittelte Recai Hallaç, selbst u.a. Übersetzer, Motivationen und Hintergründe. „Ich bin Istanbuler“, sagte stolz Mario Levi, und er glaube nicht, dass irgendjemand ein größeres Anrecht darauf habe, sich als solcher zu bezeichnen: Seine Familie lebt seit über 500 Jahren in der Stadt am Bosporus. In Istanbul war ein Märchen (Suhrkamp 2008) verarbeitete der türkisch-jüdische Autor seine Eindrücke der multikulturellen Metropole. Seine Übersetzerin Barbara Yurtdaş hatte vormittags einen Einblick in die Kunst des Übersetzens aus einer Sprache gegeben, deren Kenntnis allein nicht ausreiche, um kulturelle, soziale und politische Konnotationen adäquat zu übertragen. Was Murat Uyurkulak mit seinem Protagonisten Yusuf im Roman Zorn (Unionsverlag 2008) und dessen Erfahrungen während und nach dem Militärputsch von 1980 verbindet, warum Sema Kaygusuz beim Schreiben ihres neuen Romans weinte, in dem sie einen Teil der Familiengeschichte rund um ihre Großmutter, die das Massaker an den kurdischen Alewiten von 1938 überlebte, dass Ayfer Tunç vor Wut darüber, den Putsch von 1980 ungesühnt zu finden, den damaligen Putschistenführer Kenan Evren zur Witzfigur in ihrem großen Roman über die türkische Gesellschaft mit über 300 Figuren machte, all das und vieles mehr erfuhr das Publikum an diesen beiden intensiven Abenden. Mit einer halben Stunde pro AutorIn ist allerdings weder einer Person noch ihrem Werk gerecht zu werden ist. Allenfalls konnte ein Eindruck entstehen, ein Anreiz, sich verstärkt dem Thema türkische Literatur zu widmen, die noch eine Vielzahl ungehobener Schätze birgt und deren Potenzial auf dieser ambitionierten Tagung nur angedeutet werden konnte.

Auch in diesem Sinne wäre dem Symposium eine höhere Präsenz von Medien und Verlagen im Publikum zu wünschen gewesen.

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„Luo Lingyuans kühle Texte sind aufklärende zeitgeschichtliche Dokumente, die ins Diplomatengepäck jedes China-Enthusiasten gehören“, schrieb der Focus.

Kühl sind sie tatsächlich, nüchtern, die Sprache ist schlicht, sparsam fast. Es geht Luo offensichtlich nicht um ein sprachliches Kunstwerk, sondern ausschließlich um den Inhalt.

Hier erzählt sie vom Aufstieg und Fall Dai Xingkongs, der sich mit seiner Firma Tenglong mit den zwei Standbeinen Computertechnologie und traditionelle Medizin zum milliardenschweren Unternehmer hocharbeitet. Dabei kommen ihm seine Aufrichtigkeit, sein demokratischer Ansatz den MitarbeiterInnen gegenüber ebenso zustatten wie die Ausnahmekonditionen der Sonderwirtschaftszone Shenzhen. Eine nicht unerhebliche Rolle spielen zwei Frauen, die bildhübsche Jian Roula, eine emanzipierte, raffinierte Frau, die ihre weiblichen Reize gezielt und interessengeleitet einsetzt, und Tang Anqi, die erst langsam in ihre neue Rolle in der Werbeabteilung bei Tenglong hineinwächst, lange ablehnt, ihre Weiblichkeit einzusetzen, im entscheidenden Moment sich aber als starke Frau erweist.

Als Dai ein, zwei Fehlentscheidungen trifft und der Bürgermeister, sein Freund und Förderer, ausgewechselt wird, beginnt der Absturz. Korruption, behördliche Willkür und widrige Umstände (ausufernde Produktpiraterie, nicht nachlassende Regenfluten u.ä.) tun ein Übriges. Zum Verhängnis wird der Bau der neuen Firmenzentrale. Der Boden erweist sich als nicht ausreichend tragend, Dai aber vertraut auf sein Glück, plant 30 Etagen mehr, verkauft Luxuswohnungen in schwindelnder Höhe schon vor dem Bau. Eine gelungene Metapher für ein zu hohes Wagnis. Nicht der Wolkenkratzer stürzt wie ein Kartenhaus in sich zusammen, sondern Dais Unternehmen und Familie.

Ein Buch über Loyalität, Freundschaft und Liebe, Selbstüberschätzung, Korruption, die allgegenwärtig und unumgänglich scheint, und Konkurrenz und natürlich in erster Linie über die schwierige, dafür umso rasantere Entwicklung Chinas vom dirigistischen Staatswirtschaftsmonopolisten zur Supermacht der freien Marktwirtschaft. Es müssen Späne fallen, wo gehobelt wird. Natürlich gelingt Dai nach dem totalen Absturz auch der Wiederaufstieg.

Luo präsentiert mit sezierendem Blick Menschen im Wandel zur Moderne mit Stärken und, vor allem, Schwächen. Dass Glück, das Dai und Anqi am Ende ereilt, scheint die Autorin sich schweren Herzens abgerungen zu haben, ein Zugeständnis an die Leserin vermutlich.

Luo lebt seit 1990 in Berlin, schreibt auf Deutsch, und erhielt 2007 den Chamisso-Förderpreis. Ihre klare, schonungslose, fast emotionslos scharfe Analyse der aufstrebenden chinesischen Boom-Gesellschaft mag dieser Position geschuldet sein, die ihr den Blick von Außen erlaubt und zugleich Kenntnis von den Erwartungen der westlichen Leserschaft gibt.

Luo gehört zu jenen, die helfen, ein Stück mehr vom modernen China zu verstehen. Mit ihren in deutscher Sprache in Deutschland verfassten Büchern ist sie zugleich ein Paradebeispiel für zeitgenössische interkulturelle Literatur beachtlichen Niveaus, wie sie seit Jahren von AutorInnen mit Migrationshintergrund auch hierzulande geschaffen wird.

Luo Lingyuan: Die Sterne von Shenzhen. München 2008.

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