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Adatepe, Kein Frühling für BaharMohn und Tulpen oder auch Blut, Hamburg und Berlin, Abschottung und Distanz, trostlos und doch voller Trotz … Ein Cover also, zu dem man gleich einen neuen Roman schreiben könnte! Die meisten von euch haben das Mädchen auf dem Cover mit der Titelheldin Bahar gleichgesetzt. Wie spannend! Wenn Bahar etwas mehr von dem Covergirl gehabt hätte, wäre sie womöglich noch am Leben … Also doch ein Krimi? Ja und nein … (mehr …)

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Ein Großaufgebot wichtiger Stimmen der zeitgenössischen türkischen Literatur kam am 30.11. und 1.12.09 im Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg zusammen: Sechs AutorInnen, ein Kulturjournalist und eine Verlegerin aus Istanbul, zwei deutsche Autoren mit türkischem Hintergrund, eine deutsche Autorin mit Türkei-Erfahrung, dazu eine Reihe VertreterInnen der deutschsprachigen Kultur- und Verlagsszene, die sich um die Vermittlung türkischer Literatur hierzulande bemühen.

Auf Initiative der Leiterin des Istanbuler Goethe-Instituts, Claudia Hahn-Raabe, und Verena Noltes vom Zusammenschluss der deutschsprachigen Literaturhäuser Literaturhaus.net, beide auch als kompetente Podiumsleitung selbst im Einsatz, behandelten Fachleute auf dem für beide Vormittage angesetzten Symposium Zwischen zwei Welten in fünf Podien Themen wie Zeitgenössische türkische Literatur, Literatur aus der Türkei auf dem deutschsprachigen Buchmarkt und im Austausch mit deutschsprachigen Literatureinrichtungen, Fragen der Übersetzung und interkulturelle Literatur deutschtürkischer Autoren. Abends lasen die AutorInnen Müge İplikçi, Murat Uyurkulak, Şebnem İşigüzel, Mario Levi, Petra Morsbach, Zafer Şenocak, Sema Kaygusuz, Ayfer Tunç und Nevfel Cumart aus ihren Werken. Die türkischen Gäste repräsentierten eine junge Generation von Literaten, die das jahrzehntelange lähmende Schweigen in der Türkei seit Ende der 1990er Jahre entschlossen und ebenso beredt wie niveauvoll brechen.

Der Kulturjournalist Cem Erciyes von der renommierten Istanbuler Tageszeitung Radikal wies auf die massive Zunahme von Romanpublikationen auf dem türkischen Buchmarkt nach 2000 hin, bedauerte aber, dass es nach wie vor an qualifizierten ÜbersetzerInnen mangele, weshalb die ebenso umfangreiche wie niveauvolle zeitgenössische türkische Literatur nach wie vor unzureichend in westlichen Sprachen zugänglich sei. Erst mit dem Übersetzungsförderungsprojekt TEDA des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums von 2005 sei Bewegung in die Sache gekommen. Obwohl mittlerweile zu unterschiedlichsten Themen offen geschrieben werde, bedauerten viele Kritiker in der Türkei, dass Themen wie der Militärputsch von 1980 und der Kurdenkonflikt nach wie vor unzureichend bearbeitet seien.

Nach einer guten Medienpräsenz aufgrund des Ehrengastauftritts auf der Frankfurter Buchmesse 2008 weisen die Reaktionen bei Medien und Leserschaft 2009 einen Fächer von freundlichem Desinteresse bis hin zu Berührungsängsten auf, merkte Monika Carbe, Literaturübersetzerin und Rezensentin, in ihrem Referat an. Allerdings sei das wohlwollende Schulterklopfen in deutschen Feuilletons endlich ernsthafter Literaturkritik gewichen. Carbes Auffassung, insbesondere die zweite Einwanderergeneration habe großen Lesehunger und enormes Interesse an türkischer Literatur in deutscher Sprache, stieß allerdings auf Skepsis.

So meinte der Züricher Verleger Lucien Leitess vom Unionsverlag, in dem seit 2005 die auf 20 Bände angelegte Türkische Bibliothek mit bislang unübersetzten Meilensteinen der türkischen Literatur des 20. Jahrhunderts erscheint, die zweite und dritte Migrantengeneration müsse erst noch zur Leserschaft werden. Zugleich unterstrich auch er die Bedeutung qualifizierter Übersetzungen und berichtete von Projekten zur Förderung von ÜbersetzerInnen im Rahmen der Türkischen Bibliothek. Kaum ein anderes Projekt arbeite derart textintensiv im Dialog zwischen HerausgeberInnen, Lektorat und ÜbersetzerInnen. Inzwischen liege eine Vielzahl guter Übersetzungen vor, die Leserschaft sei allerdings nach wie vor dünn gesät. Leitess zeichnete die Rezeption türkischer Literatur im deutschsprachigen Raum und damit auch die Übersetzungstätigkeit anhand politischer Großwetterlagen nach. Während 1960 die erste Übersetzung von Yaşar Kemals Memed mein Falke mit großem Publikumserfolg herauskam, wandelte sich die Lage mit der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei 1961 und dem Eintreffen der ersten „Gastarbeiter“. Türkische Literatur rückte hierzulande an den Rand der Publizistik, die Motivation der wenigen Literaturförderer war größer als der Markt. Schnell und schmerzlich erfuhren engagierte Verlage, dass persönliche Beziehungen zu türkischen MitbürgerInnen noch lange nicht zum Interesse an türkischer Literatur führen. Lange wurde türkische Literatur nicht im Feuilleton, sondern von Auslandsredaktionen behandelt. In diesem Zusammenhang stellte Leitess auch das Motto der Tagung in Frage. Zwischen zwei Welten passe doch eher zur Geisteshaltung der 70er Jahre. Abgründe dieser Art hätten nicht länger Bestand, auch der Brücken bedürfe es kaum noch, denn heute bestimmten das Verhältnis der Literaturen in erster Linie Parallelitäten und Gleichzeitigkeiten. Der türkische Buchmarkt verzeichne als einer der wenigen weltweit noch Zuwächse.

Die Wende für die Rezeption zeitgenössischer türkischer Literatur kam in drei großen Schritten: 1997 erhielt Yaşar Kemal den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, 2006 Orhan Pamuk den Literaturnobelpreis und 2008 war die Türkei Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Mit einem Augenzwinkern verwies auch Leitess auf das türkische Übersetzungsförderungsprogramm TEDA, dort sei möglicherweise etwas zu lernen, denn statt AutorInnen in die Welt auszusenden, lade das Ministerium Medienvertreter freigebig ins Land ein, um vor Ort zu repräsentieren.

Die türkische Verlegerin Müge Gürsoy Sökmen von Metis, einem der renommiertesten und engagiertesten türkischen Verlage, von Leitess ob ihres vergleichbaren Ansatzes als seine Zwillingsschwester in Istanbul bezeichnet, berichtete von einem Paradigmenwechsel: 2008 seien türkische Verlage erstmals auf Augenhöhe an Verlage aus aller Welt herangetreten, um Rechte zu verkaufen, während in all den Jahren zuvor der Schwerpunkt auf dem Einkauf von Rechten für Übersetzungen ins Türkische gelegen habe. Die Türkei ist heute eines der Länder mit der größten Anzahl unabhängiger Verlage. Auf einem Übersetungssymposium im Mai 2009 in Istanbul war deutlich geworden, dass zwar alle Lektorate und Verlage „literarische Kriterien“ in den Vordergrund stellten, wenn es um Publikationsentscheidungen gehe. Zur Beurteilung der Qualität türkischer Originale bestünden jedoch kaum Kapazitäten, da werde auf Bücher und Autoren zurückgegriffen, die bereits auf Englisch erschienen seien. Gürsoy zitierte zwei Umfragen der Literaturzeitschrift Notos über die „40 türkischen AutorInnen, die das vergangene Jahrhundert prägten“, und über die „Meister der Zukunft“. Zum eigenen Erstaunen stellte sie fest, dass rund 50% der genannten AutorInnen bereits in deutscher Übersetzung vorliegen. Gürsoy bedauerte allerdings, kaum die Chance zu bekommen, AutorInnen aus verschiedenen Ländern mit einem gemeinsamen Thema präsentieren zu können.

Als leidgeprüfte Verlegerin führte Gürsoy anschließend das leidige Cover-Thema vor: Ein Buch wie Murathan Mungans Tschador, das im Original mit einem minimalistischen abstrakten Cover erschien, wurde in Übersetzungen zum Teil stark orientalisiert. So präsentiert die italienische Ausgabe klischeehaft eine schwarz verhüllte Frau. Die Präsentation von Literatur habe doch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Rezeption, Akzeptanz und Image bei der Leserschaft. Insgesamt aber scheine ihr die übermäßige Exotisierung auf dem literarischen Markt im Westen endlich überwunden.

Es schloss sich die Frage nach der Präsenz im deutschsprachigen Feuilleton an. „Ab dem 51. Buch wird es schwierig, Rezensionen unterzubringen“, äußerte Verleger Leitess, nicht pro Verlag, sondern von der Bestsellerliste. Bettina Berns von der Robert Bosch Stiftung, die sich maßgeblich um die Förderung türkischer Literatur im deutschsprachigen Raum kümmert und u.a. auch hinter dieser Tagung stand, berichtete, die ersten Bände der Türkischen Bibliothek seien sehr gut und breit besprochen worden, später aber sei das Interesse abgeebbt. Nicht weil die nachfolgenden Bände etwa schlechter gewesen seien, sondern weil einfach der News-Faktor des Projekts nicht mehr getragen habe. Auch gut besprochene Bücher können es im Verkauf sehr schwer haben. Ebenso lehre die Erfahrung, dass insbesondere bei Veranstaltungen, die stark von Publikum mit türkischem Migrationshintergrund frequentiert seien, die Buchhändler anschließend meist enttäuscht ihre Auslagen wieder einpackten. Der Verkauf sei dort besonders gering, auch wenn der Autor gut ankomme. Im Umkehrschluss bedeute dies allerdings keinen durchschlagenden Verkaufserfolg bei hauptsächlich „deutsch“ besuchten Lesungen. Inwieweit für den enttäuschenden Verkauf die durchweg stattlichen Preise der zunächst gebunden erscheinenden Bücher verantwortlich sein könnten, stand hier nicht zur Diskussion.

Podiumsleiterin Sibylle Thelen von der Stuttgarter Zeitung, ausgewiesene Kennerin der türkischen Literatur, die 2008 selbst ein Istanbul-Buch vorlegte, berichtete von eigenen Erfahrungen mit desinteressierten Verlagen. „Wen interessiert denn schon türkische Kultur?“, heiße es da. Entscheidend sei stets die Nachfrage der KäuferInnen. Dazu wies Verleger Leitess darauf hin, wie buchfern schon die Ausbildung auch an den Universitäten heute sei. Kopiert werde in rauen Mengen, Bücher aber blieben liegen.

Während Bernd Goldmann, Leiter der Villa Concordia, für die die Tagung die erste Erfahrung mit türkischer Literatur wie auch mit einem Event dieser Größenordnung war, auf die Stipendiatsmöglichkeiten und Aktivitäten seines Hauses fokussierte, konnte der Leiter des Literaturhauses Salzburg, Tomas Friedmann, aus der Praxis berichten. Die Istanbuler Autorin Ayfer Tunç war im Rahmen des Stadtschreiberprojekts Yakın Bakış – Der nahe Blick 2008 knapp einen Monat bei ihm in Salzburg zu Gast. Optimistisch meinte Friedmann, die Literatürhäuser öffneten sich für türkische Literaturen, den Plural betonte er, es gehe um Diskurs, Kommunikation und immer um das Individuum. Die türkische Gegenwartsliteratur sei seit den 90er Jahren mit erheblichen „Übersetzungsoffensiven“ vorbildlich repräsentiert und werde bewusst auch in die Literaturhäuser geholt. Friedmanns Diktum, mit der hohen Präsenz der Türkei in den Schlagzeilen, sei marketingtechnisch auch der Literatur gedient, stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung. Friedmann äußerte auch, er komme nicht auf die Idee, türkische Literatur in der türkischen Community zu bewerben, denn bei kanadischer Literatur etwa setze er ja auch nicht auf kanadisches Publikum. Mögen den LeiterInnen anderer literarischer Foren bei diesen Worten die Ohren klingen. Erst im Frühjahr 2009 fanden im Literaturhaus Salzburg Türkische Literaturtage im Rahmen der Reihe Europa der Muttersprachen statt, während nach wie vor manch anderes deutsches Literaturhaus mit der Bemerkung abwinkt, man habe gar nicht das Publikum für türkische Literatur.

Die universitäre Seite vertrat Karin Yeşilada, derzeit Paderborn, mit einem Beitrag über ihr Schwerpunktthema türkisch-deutsche Literatur, die auf Deutsch in Deutschland entstehe und Gegenstand der Germanistik sei, im Unterschied zur türkischen Literatur. Als Germanistin wünscht Yeşilada sich verstärkt den Einsatz deutscher Turkologen bei der Vermittlung türkischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Anstrengungen von deutscher Seite seien gerade deshalb unabdingbar, weil eine türkische Kulturpolitik, speziell Literaturförderung, traditionell nicht stattfand und erst jüngst zaghaft sprieße.

Das letzte Podium gehörte den beiden deutschen Dichtern und Schriftstellern Zafer Şenocak und Nevfel Cumart. So unterschiedlich sie Sozialisierung, Selbstverständnis und Sujets auch sein mögen, schreiben doch beide in beiden Sprachen, übersetzen auch und leisten einen erheblichen Beitrag zur Kulturvermittlung. Şenocak erklärte es für gefährlich, stets auf den Migrationshintergrund abzuheben. Stattdessen, so sein Plädoyer, sei da ein Hinterland, wie jeder Autor es habe. Wohltuend sei seine Erfahrung im Ausland, wo stärker die Texte im Vordergrund stünden, weniger die Person des Autors. Cumart leistet gewissermaßen literarische Basisarbeit und geht mit seinen Gedichten und Erfahrungen häufig auch in Schulen. Auch diese beide Autoren, auf die vordergründig das Tagungsmotto noch am ehesten zutrifft, verwahrten sich gegen den Titel „Zwischen zwei Welten“. Wenn schon, dann gebe es viele Welten, in denen man sich bewege, dazwischen aber liege nichts, wo man sich verorten könnte.

Im einfühlsamen Autorengespräch vor und nach den sehr kurzen türkischen und etwas längeren deutschen Textlesungen vermittelte Recai Hallaç, selbst u.a. Übersetzer, Motivationen und Hintergründe. „Ich bin Istanbuler“, sagte stolz Mario Levi, und er glaube nicht, dass irgendjemand ein größeres Anrecht darauf habe, sich als solcher zu bezeichnen: Seine Familie lebt seit über 500 Jahren in der Stadt am Bosporus. In Istanbul war ein Märchen (Suhrkamp 2008) verarbeitete der türkisch-jüdische Autor seine Eindrücke der multikulturellen Metropole. Seine Übersetzerin Barbara Yurtdaş hatte vormittags einen Einblick in die Kunst des Übersetzens aus einer Sprache gegeben, deren Kenntnis allein nicht ausreiche, um kulturelle, soziale und politische Konnotationen adäquat zu übertragen. Was Murat Uyurkulak mit seinem Protagonisten Yusuf im Roman Zorn (Unionsverlag 2008) und dessen Erfahrungen während und nach dem Militärputsch von 1980 verbindet, warum Sema Kaygusuz beim Schreiben ihres neuen Romans weinte, in dem sie einen Teil der Familiengeschichte rund um ihre Großmutter, die das Massaker an den kurdischen Alewiten von 1938 überlebte, dass Ayfer Tunç vor Wut darüber, den Putsch von 1980 ungesühnt zu finden, den damaligen Putschistenführer Kenan Evren zur Witzfigur in ihrem großen Roman über die türkische Gesellschaft mit über 300 Figuren machte, all das und vieles mehr erfuhr das Publikum an diesen beiden intensiven Abenden. Mit einer halben Stunde pro AutorIn ist allerdings weder einer Person noch ihrem Werk gerecht zu werden ist. Allenfalls konnte ein Eindruck entstehen, ein Anreiz, sich verstärkt dem Thema türkische Literatur zu widmen, die noch eine Vielzahl ungehobener Schätze birgt und deren Potenzial auf dieser ambitionierten Tagung nur angedeutet werden konnte.

Auch in diesem Sinne wäre dem Symposium eine höhere Präsenz von Medien und Verlagen im Publikum zu wünschen gewesen.

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Su Tong, ReisWelch ein Cover! Die unbedarfte Leserin erwartet eine Liebesgeschichte, Bekenntnisse einer Dame aus der chinesischen Halbwelt, ganz sicher aber eine Frau im Mittelpunkt des Romans …

Su Tong, Autor der insbesondere in der Verfilmung zu Weltruhm gelangten Erzählung „Rote Laterne“, bietet in seinem Debütroman Reis von 1992 nichts von alledem. Su erzählt in erbarmungsloser Offenheit die erschreckende Geschichte vom Aufstieg des Waisenjungen Wulong, dem sein unzerbrechlicher Selbstbehauptungswille eine geachtete gesellschaftliche Position als Schwiegersohn und bald Inhaber einer mäßig gehenden Reishandlung verschafft. Und parallel dazu eine kriminelle Karriere, mit der er zu Geld und Achtung kommt. Hunger ist seine Motivation, Hunger nach Speise zunächst, Reis vor allem, nach Anerkennung, nach Sex, sehr bald nach Rache. Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit, ja, auch nur gegenseitige Unterstützung oder Achtung innerhalb der Familie, Solidarität, all das sucht die Leserin vergeblich in diesem schonungslosen Portrait einer chinesischen Kleinstadt nahe Shanghai. Ein Kampf ums Überleben, dessen Auslöser nicht in erster Linie Armut ist. Elend und hungrig kam Wulong in der Stadt an, am Ende fährt er als gemachter Mann im eigens gemieteten Waggon voller Reis in sein Dorf zurück, zum Krüppel geworden, zum Mörder, als Ehemann und Vater, den nichts mit seiner Familie verbindet. Der mitreisende Sohn bricht zu „guter“ Letzt Su Tong, Midem sterbenden Vater die Goldzähne aus dem Kiefer … Erträglich wird das alles nur durch die ungeheure Sprachkraft Sus.

Auch Reis ist längst verfilmt – und zweifellos eines der großen Werke der modernen chinesischen Literatur. Jahrelang war ich an diesem Buch vorbeigelaufen, das Cover versprach eine mir wenig verheißungsvolle Lektüre. Neutrale Cover sind im deutschsprachigen Raum für Belletristik derzeit kaum angesagt. Das chinesische Original hält hier das Monopol.  Auch das französische „orientalisiert“, ästhetisiert und minimalisiert aber zugleich. Die beiden englischen Cover dagegen bieten Bezug zum Thema. Su Tong, RiceSu Tong, rice, GoldblattWarum für die deutsSu Tong, Rizchsprachige Ausgabe ein derart irreführendes Cover gewählt wurde, bleibt Rowohlts Geheimnis. Immerhin behielt das Buch weltweit den prägnanten, einem grell aufblitzenden Schlaglicht gleichenden Titel Reis bzw. Rice, Riz (mi – im Mandarin-Original). Die unterschiedlichen Cover aber sprechen Bände.

Su Tong: Reis. Deutsch von Peter Weber-Schäfer. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1998.

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