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Archive for the ‘Veranstaltungen’ Category

Kejo, Ro Jin, Sujet-Verlag 2012 „Es war einmal ein hungriger Löwe, der bezeichnete jeden Ort, den er betrat, als sein Reich …“ Mit leiser Stimme, fast schüchtern liest der syrisch-kurdisch-deutsche Autor Berzan Kejo am 21. Juli 2016 in der Hamburger Werkstatt3 aus seinem autobiographischen Roman Ro Jîn – Sonne des Lebens. Kejo wirkt älter als auf dem Autorenfoto, enttäuschter vielleicht, sicher desillusionierter. Das Buch sei sein „Beitrag zum syrischen Volksaufstand als staatenloser Syrer aus dem Ausland“, betont Kejo im anschließenden Podiumsgespräch. Er lässt keinen Zweifel daran, wie sehr er auch nach 30 Jahren Exil mit seinem Heimatland mitfühlt und mitleidet, wie frustriert aber auch er über die Jahre als Flüchtling in Deutschland ist. (mehr …)

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Barış için Edebiyat İnisiyatifiAus Protest gegen den Krieg vor allem in den kurdischen Gebieten der Türkei und aus Solidarität mit der Initiative AkademikerInnen für den Frieden gründete sich soeben die Initiative LiteratInnen für den Frieden in der Türkei:

„Dem Aufruf für Frieden und Verhandlungen der Initiative AkademikerInnen für den Frieden an die Regierung vom 11. Januar 2016 schließen wir uns mit unseren Herzen und Stiften an.

Wir lehnen die Behinderung der Rede- und Meinungsfreiheit ab.

Wir treten für Gleichheit und Frieden ein.

Wir treten für das Recht auf Leben ein.

Wir treten für freie Meinung ein.

Ohne Wenn und Aber: Wir werden uns mit diesem Verbrechen nicht gemein machen!

Wir treten für die Initiative AkademikerInnen für den Frieden ein.

Initiative LiteratInnen für den Frieden“

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bu anlamli günde, tiyatro istasyon hamburg, 2015 Statistiken und Umfrageergebnisse nimmt man zur Kenntnis, empört sich vielleicht kurz – und vergisst sie wieder … Klischeevorstellungen, allemal wenn es um das Thema Geschlechterbeziehungen geht, sind kein Aufreger und eher langweilig, weil ja doch nicht zu ändern … Es sei denn, man macht ein flottes Theaterstück daraus. Das unternahm die Istanbuler Theaterfrau Zeynep Kaçar mit ihrem Stück bu anlamlı günde (an diesem bedeutsamen Tag), das kürzlich in Hamburg die türkischsprachige Theatergruppe İstasyon Tiyatro İletişim, die jüngst ihr 25-jähriges Bestehen feierte, als neues Stück in der Regie von Serap Sadak auf die Bühne brachte. Die Komödie mutet fast als Tragödie an, zeichnet sie doch den Status-Quo der Gender-Verhältnisse nicht nur aber vor allem in der Türkei und damit auch einem guten Teil der Türkei-stämmigen Community in Deutschland nur allzu realistisch nach.

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WordShortStoryDay Der 14. Februar ist Valentinstag, klar, aber zudem ist dann Welttag der Kurzgeschichte! Das hat sich bisher noch nicht recht herumgesprochen, nur in der Türkei und bei einigen Türkisch-affinen Buchmenschen außerhalb der Türkei wird dieser Tag gefeiert. Nicht von ungefähr, denn in der türkischen Literatur nehmen Erzählungen und Kurzgeschichten eine herausragende Stellung ein.

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koridoru-ac-turkiye-208x300 In Istanbul kamen am Freitag, 17.10.14, namhafte LiteratInnen zusammen, um einen Appell der Solidarität mit Kobanê zu starten. Jede/r TeilnehmerIn war aufgerufen, einen Satz für Kobanê beizutragen. Geleitet wurde die Versammlung maßgeblich von Murathan Mungan und Sema Kaygusuz. Zur Eröffnung sagte Mungan, Ziel sei es, auf die drohende Gefahr eines Völkermords aufmerksam zu machen. „Es geht nicht um ein Volk jenseits der Grenze, die Leute dort sind unser Volk. Sie gehören nicht zu uns, weil sie Kurden, Yeziden oder Sunniten sind, sondern weil sie Menschen sind.“

Folgende von 160 SchriftstellerInnen und DichterInnen unterzeichnete Resolution wurde verabschiedet:

„Öffne den Korridor, Türkei …

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Blogger_Lesefreude_2014_Logo 23. April: Welttag des Buches! Seit Jahren organisiert die Stiftung Lesen zum Tag des Buches bundesweit Aktionen zur Leseförderung wie großangelegte Vorleseaktionen oder die Buch-Gutschein-Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“. 2013 riefen die Buchbloggerinnen Christina und Dagmar mit Blick auf die neuen Medien eine Aktion im Internet ins Leben: Blogger schenken Lesefreude am 23. April und drumherum verlosen Hunderte von Buchblogs Bücher!

Letztes Jahr gab’s bei mir ein frisch übersetztes Buch. Dieses Jahr bin ich mit meinem Roman dabei: Kein Frühling für Bahar“: (mehr …)

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Blogger_Lesefreude_2014_Logo Am 23. April ist Welttag des Buches. Man könnte ein Buch besprechen an diesem besonderen Tag, das tun wir aber schon an vielen anderen Tagen des Jahres … man könnte eines verschenken, wer täte das nicht ohnehin … man könnte auch eines verlosen – und das wollen wir auch 2014 tun. Wir, das sind BloggerInnen, hauptsächlich von Buch-Blogs, aber Beschränkungen gibt es da nicht, stöbern lohnt sich. Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr wird die Aktion auch 2014 wieder aufgelegt, mit noch größerer Beteiligung und mit einer eigenen Website: http://bloggerschenkenlesefreude.de/ Dort gibt es auch einen Link zur Liste aller teilnehmenden Blogs.

Welches Buch verlose ich?

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Baris Bicakci, Unsere große Verzweiflung „Trennung ist eine ansteckende Krankheit.“ Ender weiß, dass die Trennung von Nihal eine endgültige ist, ein Abschied von einem Traum, von einem zaghaften Es-könnte-Sein. Der türkische Autor Barış Bıçakçı, ein Meister der stillen Töne, erzählt in seinem Roman Unsere große Verzweiflung (binooki 2012) eine der zartesten Geschichten, seit es Freundschaft und Liebe gibt. HIER GIBT ES DAS BUCH ZU GEWINNEN … (mehr …)

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Kutu Kutu, Tiyatro Istasyon Ein Großstadtpark. Zu Ravels Bolero betreten vier Frauen und ein Mann die Bühne, erstarren zum Standbild. „Die Menschen waren versteinert, die Statuen aber zum Leben erwacht“, berichtet Nergis, das Mädchen in der roten Kiste, später von ihrem Traum. Kutu Kutu (Allerlei Kisten), das neue Stück der türkischsprachigen Hamburger Theatergruppe Tiyatro İstasyon, spielt in einem Park mit hypermodernen Plastiken, ein Vorzeigeprojekt, ein „Lebens- und Kommunikationsraum“ (laut Flyer), eine Allegorie auf die soziopolitischen Verhältnisse in der Türkei. Autor Memet Baydur (1951-2001) scheint mit seinem Stück von 1994 das Heute vorausgeahnt zu haben.

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Bücherhalle Alstertal, Blind-Date mit einem Buch 2013Valentinstag – der Tag, an dem es schöne Tradition ist, denen eine Freude zu machen, die man liebt. Was können Bücherwürmer da tun? Bücher beschenken? Doch wohl eher Bücher schenken, auch sich mit einem Buch beschenken. Oder: Sich von einem Buch überraschen lassen. In einer Bibliothek ein hübsch eingepacktes Buch ausleihen und erst zu Hause schauen, womit man die nächsten Stunden oder Tage das Vergnügen hat. Diese Idee, in den Vorjahren schon in den USA praktiziert, findet 2013 auch hierzulande Anklang, in Hamburg zum Beispiel haben sich mehrere Filialen der Öffentlichen Bücherhallen angeschlossen.

Ist das nicht reiner Aktionismus, eine ebenso nette wie öffentlichkeitswirksame Werbeaktion der Bibliotheken? Gegenfrage: Wie wählen wir unsere Lektüre/n aus, wie entscheiden wir in der täglich anschwellenden Bücherflut, was unsere Aufmerksamkeit findet, was wir lesen? (mehr …)

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Wie lebt ein nicht mehr ganz junger und geradezu verzweifelt ambitionierter Kunsthistoriker 1939/40 im Shanghaier Exil? Lothar Brieger ist einer von vielen, die ab 1938 in Shanghai an Land gingen und deren Schicksal die Berliner Autorin Ursula Krechel in ihrem Roman Shanghai fern von wo aufgegriffen hat. Nach rund zehnjähriger Recherche, sie habe so ziemlich alles Krechel, Shanghai fern von wo (2008)zusammengetragen, was man über das Exil in Shanghai wissen kann, so Krechel, war es vor allem Empathie, die – zunächst ein Hörspiel und dann – einen Roman aus dem Archivmaterial entstehen ließ. Nicht zu vergessen die „metallische Stimme“ von Buchhändler Ludwig Lazarus in der erhaltenen Tonbandaufnahme über seine Shanghaier Exilerfahrungen gefiel Autorin Krechel, die am 28. Juni in Hamburg las.

Die neue Leiterin der Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur der Hamburger Germanistik, Doerte Bischoff, hatte zu Lesung und Podiumsdiskussion unter dem Titel Exil und Exilforschung: Aspekte ihrer Aktualität in den edlen Lichthof der Staatsbibliothek geladen. Ein gelungener Auftakt für ihr Anliegen, den Forschungsbereich zu öffnen, über die 1933-45 im Exil entstandene Literatur deutscher AutorInnen, über nationale Beschränkungen, über das Sammeln und Sichern von Dokumenten hinaus. U.a. wird es im Herbstsemester 2011 dazu eine Ringvorlesung geben, auf die man gespannt sein darf. Besonders interessiert Bischoff auch der Grenzbereich zwischen (fiktiver) Literatur und Literaturwissenschaft. So war es kein Zufall, dass sie an diesem Abend zwei Autoren aufs Podium bat, die beide Bereiche integrieren. (mehr …)

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Bild: Tiyatro Istasyon, Plakat SINIR/Die Grenze Eins, zwei, eins, zwei, Stiefelabsätze knallen aufs Parkett, Wachablösung an der Grenze von Irgendwo. Zu beiden Seiten der stacheldrahtbewehrten Barriere Wachhäuschen mit dem Bild des jeweiligen Präsidenten darin und je einem Soldaten davor. Mati der eine, Yuan der andere. Sie kennen sich lange, erleben sich im tristen Dienst als Freunde, tauschen Gefühle von Heimweh und halbwegs philosophische Gedanken ebenso aus wie Knoblauchwurst und Wein – bis ihre Länder sich den Krieg erklären und die beiden Männer sich unvermutet als Feinde gegenüberstehen.

Mahmut Erdinlig als Mati und Caner Şakar als Yuan sind Laiendarsteller im Stück Sınır (Die Grenze) des türkischen Theater Istasyon Iletişim in Hamburg-Altona. Von deutschen Nachbarn weitgehend unbemerkt bringt die Theatergruppe seit nunmehr 22 Jahren türkische Stücke auf die Bühne und spielt meist vor ausverkauftem Haus. (mehr …)

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Der dritte Montag im Januar ist Martin-Luther-King-Day in den USA – und dem Hamburger Körberforum seit 2010 Anlass für die Martin Luther King Lecture, den Vortrag eines im Sinne Kings engagierten Akteurs für friedliches Miteinander. Am 17. Januar 2011 war Ratna Omidvar, Präsidentin der Maytree-Foundation, Toronto, in dieser Reihe eingeladen, das kanadische Erfolgsmodell Einwanderungsland vorzustellen. Sie tat es mit Leidenschaft, ohne je in Romantisierung abzugleiten oder den kritischen Blick zu verlieren, aber durchaus optimistisch gestimmt und mit kosmopolitischer Kenntnis, gewonnen aus eigener Lebenserfahrung ebenso wie dem jungen internationalen Kooperationsprojekt Cities of Migration. (mehr …)

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Über 100 Religionsgemeinschaften sind heute in Hamburg ansässig, da gilt es, Mittel und Wege für ein dauerhaft friedliches, auf Achtung, Respekt und Vertrauen beruhendes Zusammenleben zu finden. Schon vor 25 Jahren führte der Theologe Prof. (em.) Dr. Olaf Schuhmann an der Hamburger Uni den interreligiösen Dialog ein und setzte damit Maßstäbe für ganz Deutschland. An der Uni nahm 2010 auch die Akademie der Weltreligionen (AWR) ihre Tätigkeit auf, und interreligiöser Dialog auf Stadtteilebene, der sich um das tägliche Miteinander ebenso kümmert wie um die großen theologischen Fragen, ist seit vielen Jahren etabliert. Herausragendes Beispiel ist hier das regelmäßige Treffen von Christen und Muslimen auf PastorInnen/Imam-Ebene im stark muslimisch-türkisch geprägten Quartier Wilhelmsburg, initiiert und maßgeblich geleitet von Pastorin Friederike Raum-Blöcher, deren aller Rückschläge und Durststrecken ungeachtet unermüdliches Engagement längst eine Auszeichnung verdiente. (mehr …)

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Liao Yiwu ILB 2010 (Foto: Adatepe) Er ist wahrhaftig da, steht auf der Bühne, in einfache chinesische Kleider gehüllt, den Kopf gesenkt, in der einen Hand eine goldene Klangschale, die andere führt gleichmäßig den Schlegel an deren Rand entlang. Plötzlich reißt er den Kopf hoch, singt, klagt. Die Worte verstehen nur die wenigsten im prall gefüllten Theatersaal des Haus der Kulturen der Welt in Berlin an diesem frühen Abend des 19. September 2010. Das Leid und die Fähigkeit, es zu erdulden, eine Art Langmut, die der lang erwartete, oft vergeblich eingeladene chinesische Schriftsteller und, ja, Straßenmusiker Liao Yiwu mit seiner Stimme und später mit der Flöte hier zum Ausdruck bringt, ergreift das Publikum jedoch unmittelbar.

Kurz darauf liest Frank Arnold einfühlsam und mitreißend die Reportage „Der Trauermusiker“ aus Liaos Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser und wieder erklingt dieses tiefgründige, an- und abschwellende Summen der Klangschale, die Liao, wie in melancholische Erinnerungen versunken, auf dem Schoß rührt. Anschließend beantwortet Liao die Fragen des Moderators Hans Christoph Buch, der ein wenig verunsichert scheint von der geradezu stoischen Ruhe, die Liao ausstrahlt, auch in den zum Teil knappen Antworten, die von einer namenlos bleibenden Dolmetscherin noch knapper übertragen werden. Schale und Flöte seien Symbole seines Berufes, „Gestorbene und Lebende zusammenzuführen“, mit ihnen spende er den Menschen „ganz unten“ Trost.

Buchs Bitte, doch einen Ausschnitt aus dem Gedicht Massaker zu lesen, das 1989 Anlass für Liaos Inhaftierung war, lehnt der Autor ab, seine physische Kraft reiche dazu heute nicht aus. Die Umstände seiner Ausreise, zuvor immer wieder von chinesischer Seite verhindert, oft buchstäblich in letzter Minute wie noch im Frühjahr 2010, als Liao auf dem Weg zur Lit.Cologne noch aus dem Flugzeug geholt worden war, kann er sich selbst kaum erklären. Schicksal eben. So scheint er auch die vier Haftjahre hingenommen zu haben, die sein Leben verändert hätten.Liao Yiwu u. Frank Arnold, ILB 2010 (Foto: Adatepe) „Sonst wäre ich so wie die Schriftsteller, die Sie auf der Buchmesse gesehen haben.“ Seither aber thematisiert er das Leben der Unsichtbaren und schreibt nur das auf, was tatsächlich geschieht. Fiktion liegt ihm seither fern.

Mehrfach äußert Liao in ehrlicher Bescheidenheit, was er erlebt habe, sei doch „nichts“, er sei nach wie vor ein „ganzer Mann“ – im Gegensatz zu einem Historiker, der vor rund 2000 Jahren für ein Wort der Wahrheit kastriert worden war.

Die „Lesung“ im Rahmen des ILB 2010, des Internationalen Literaturfestivals Berlin, konnte dem Autor nicht wirklich gerecht werden, war offenbar auch mehr als Solidaritätsveranstaltung gedacht. 2011 wird Liaos Autobiographie in deutscher Übersetzung erscheinen. Dazu sagt Liao: „Manchmal weiß ich beim Schreiben nicht mehr, ob ich über die Leute ganz unten schreibe oder über mich selbst.“

Moderator Buch wünscht zum Schluss, China möge nicht nur seine Wirtschaft, sondern seine Seele sprechen lassen. Auf die Frage nach seinem ganz persönlichen Traum für China kommt von Liao eine auf den ersten Blick wenig naheliegende, unpolitische, fast realitätsentrückte Äußerung: Die Fähigkeit zur ästhetischen Beurteilung von Kunst sei in China verloren gegangen, möge eines Tages dort jeder wieder über ein eigenes ästhetisches Bewusstsein verfügen. Einmal ausgereist, will Liao Yiwu nicht im Ausland bleiben, auch wenn er Angst habe, es gebe doch immer schwierige Situationen in seinem Land. Es bleibt zu wünschen, dass für Autor Liao künftig wieder literarische Veranstaltungen vor Solidaritätsversammlungen treten können.

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